Seit Jahren ist Biokost kein Fremdwort mehr für Verbraucher, allerdings: wie können sich eigentlich so viele Produkte plötzlich mit diesem schicken Attribut "Öko" oder eben auch "Bio" schmücken? Gab es eine radikale Umgestaltung der Landwirtschaft hin zum Anbau ohne Pestizide und Insektizide? Und das, obwohl der BUND vermeldet, dass "allein in Deutschland im Jahr ca. 30.000 Tonnen Pestizide auf Äcker und Obstbäume gespritzt wurden – Tendenz steigend."
Was bleibt uns Verbrauchern, als die Packungsbeilage zu lesen? Wie z. B. bei Carrageen (E 407), ein aus Rotalgen gewonnenes Gelier– und Verdickungsmittel. In Tierversuchen zeigte sich, dass Carrageen Zellen des Immunsystems beeinflussen kann. Carrageen steht darüber hinaus im Verdacht, bei entsprechend veranlagten Menschen allergieähnliche Symptome auslösen zu können. Studien, die diese Effekte für den Menschen bestätigen und die Folgen abschätzen, fehlen bislang.
Ebenfalls häufig in Produkten anszutreffen ist Glutamat (E621), das im Verdacht steht, Kopfschmerzen und Taubheitsgefühle auszulösen. „Seit 1969 ist bekannt, dass Glutamat neurotoxisch wirkt und Hirnzellen töten kann, sagt Dr. Hans-Ulrich Grimm, der mit Büchern wie "Aus Teufels Topf. Die neuen Risiken beim Essen" die Praktiken der Nahrungsmittelindustrie dem Leser vor Augen führt.
Ein weiteres Phänomen taucht in diesem Bereich auf: Produktpiraten ahmen zunehmend auch Lebensmittel nach. Gepresstes Fischeiweiß in Garnelenform, das täuschend echt wie Garnelen aussieht, ist nur ein Beispiel für Lebensmittelimitate im Supermarkt.
Nahrungsmittel sind ein ein wirtschaftlich interessanter Bereich und daher wohl nie gefeit gegen die verschiedensten Formen von Manipulatation. Den Appetit sollte es uns jedoch nicht verderben: genaues Hinschauen ist oft schon ein guter Weg, sich für die richtigen LEBENSmittel zu entscheiden.
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