Mai 24, 2013

`Der Arbeitsmarkt in der Krise und die Erwartungen für die Zukunft´
Vortrag des Vorstandsvorsitzenden  der Bundesagentur für Arbeit Frank.-J. Weise in Celle

weise

Am 15. Februar sprach Frank.-J. Weise auf Einladung des Rotary Club Celle und Celle-Schloß vor 500 Gästen. Er hob die gesellschaftliche Leistung bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise im Bereich des Arbeitsmarktes hervor. Die hier durchgeführten Reformen, wie u. a. bei der Teilzeitbeschäftigung, Zeitarbeit und den flexiblen Arbeitszeitmodellen hätten zur höchsten Beschäftigungszahl geführt, 40 Millionen Menschen seien derzeit in Arbeit.

Von den 18 Mrd. Euro Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit konnten während der Krise die noch weiter erhöhten ALG I und ALG II Leistungen aufgefangen werden. So haben z. B. auch während dieser sehr schwierigen Lage am Arbeitsmarkt die Arbeitnehmer durch Kurzarbeit auf 3 Mrd. Euro Lohn verzichtet.

Diese Krisenintervention habe für europäische Länder Signalwirkung gehabt. So führte auch der amerikanische Botschafter ein Informationsgespräch mit dem Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, um sich über die Maßnahmen zur Krisenbewältigung zu informieren.
`Wikileaks´ brachte keinen Bericht zum Besuch des amerikanischen Botschafters

Weise führte dazu mit einem Augenzwinkern aus, dass er auf dem Portal `Wikileaks´ nachlas, ob über diesen Besuch vom amerikanischen Botschafter auch Informationen weiter geleitet worden waren, was allerdings nicht der Fall war.
Struktur der Arbeit verändert sich

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt zeigen schon seit einigen Jahren deutliche Veränderungen: Weg vom produzierenden Gewerbe, hin zu Dienstleistungen. So produzieren u. a. große deutsche Autohersteller vermehrt in China und dieser Trend werde nicht rückläufig werden.

Das amerikanische Beratungsunternehmen McKinsey & Company führt in seiner Studie aus, dass wir in einer `volatilen Welt´ angekommen sind - für den deutschen Arbeitsmarkt bedeute dies, so Weise, den Anforderungen des Arbeitsmarktes der nächsten Jahren gerecht zu werden. Er nannte den Fachkräftemangel als ein zentrales Thema, dem sich Politik und Wirtschaft stellen muss. Diese Problematik limitiere die Wirtschaft mehr als Finanzkrisen.
Frauenerwerbsquote muss gesteigert werden

Arbeitgeber müssen im Bereich der Arbeitsrahmenbedingungen auf die Frauen zugehen, so Weise. Die Anzahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse sei seit dem Jahr 2002 um 200.000 auf 27,1 Millionen gesunken. Hier bedürfe es dringend geeigneter Maßnahmen, um diesen Trend zu stoppen.

Auf die Strukturen der Bundeagentur für Arbeit ging Weise zum Schluss seiner Rede ein: die überbordende Bürokratie müsse eingeschränkt werden, schickte er an den Adressaten Politik. Schwer verständliche und sehr umfangreiche Formulare machten es auch den Arbeitgebern oft nicht leicht, hier führte er Erhebungsbögen  an, bei denen allein 7 Seiten auszufüllen seien.

`Wir sind das Volk´

Wir alle sind aufgefordert, unseren Beitrag dazu zu leisten, den Herausforderungen der Arbeitswelt gerecht zu werden. Bildungseinrichtungen müssen auf die Anforderungen der Zukunft eingerichtet sein - hier nannte er das Problem der hohen Quote von Studienabbrechern.

Oft sei Arbeitslosigkeit das Ende einer Kausalkette: fehlende Qualifikationen und mangelnde Unterstützung in den Schulen sei vor allem für jugendliche Arbeitssuchende eine Hürde, im ersten Arbeitsmarkt ihre Chancen zu erhalten. Mit den Bildungs- und Teilhabeprojekten werden Chancen erhöht, fehlendes Wissen aufzuholen. Sommercamps sind ein Beispiel, wie gezielte Förderung jungen Menschen neue Wege und Ziele aufzeigen können.

Christine Hartmann


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